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Lexikon

Sie haben Fragen rund um unsere Bio-Mode? In unserem Lexikon werden die wichtigsten Begriffe rund um Bio-Textilien erklärt. 

Aktuell befindet sich unser Lexikon noch im Aufbau. Sollten Sie noch Tipps, Anregungen oder spezielle Fragen haben, freuen wir uns über Ihre E-Mail. 

B

Bio-Mode

Der Begriff „Bio“ ist im Textilbereich nicht rechtlich geschützt. Die von uns vertriebene Bio-Mode wird fair aus überwiegend natürlichen Materialien hergestellt, die vor allem aus ökologischem Anbau, artgerechter Tierhaltung oder nachhaltiger Produktion stammen. Eine Garantie dafür, dass die Textilien tatsächlich „Bio“ sind, bieten Bezeichnungen wie z.B. kontrolliert biologischer Anbau (kbA) und kontrolliert biologische Tierhaltung (kbT) sowie Zertifizierungen wie Naturtextil-IVN zertifiziert BEST oder der Global Organic Textile Standard (GOTS).

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Bionic-Finish®Eco

Die Wasserabweisung oder Hydrophobierung der Bionic-Finish®Eco überträgt das Funktionsprinzip, warum zum Beispiel Wasser vom Entengefieder abperlt, in eine technische Lösung. Die fluorfreie Rezeptur weist Wasser sehr gut ab und bleibt dabei atmungsaktiv.

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Bourette-Seide

Das Seidengarn wird aus den ausgekämmten, für Schappeseiden zu kurzen Fasern, sowie Kokonresten aus der Haspelseidenproduktion hergestellt. Die kurzen Fasern sind mit Knötchen durchsetzt, weshalb die Bourette-Seide meist unregelmäßig und noppig ist. In Bourette-Seide ist noch ein Teil des Seidenleims enthalten, dem eine entzündungshemmende Eigenschaft nachgesagt wird. Deshalb wird Bourette-Seide besonders gerne für Produkte verwendet, die in sensiblen Bereichen eingesetzt werden, wie zum Beispiel Stilleinlagen oder Windeleinlagen.

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F

Fair Wear Foundation

Die Fair Wear Foundation (FWF) gründete sich 1999 als unabhängige Non-Profit-Organisation in Amsterdam. Ihr Ziel ist es, die Arbeitsbedingungen in der Textilindustrie zu verbessern. Produzenten und Händler, die Mitglieder der Fair Wear Foundation werden, müssen einen 8-Punkte-Kodex einhalten. Dieser umfasst folgende Anforderungen: Begrenzung der Arbeitszeit, freie Wahl des Arbeitsplatzes, keine Ausbeutung von Kinderarbeit, keine Diskriminierung bei der Beschäftigung, Einhaltung von rechtsverbindlichen Arbeitsverhältnissen, sichere und gesunde Arbeitsbedingungen, Versammlungsfreiheit und das Recht auf Tarifverhandlungen sowie die Zahlung eines existenzsichernden Lohnes. Um die Einhaltung dieser Punkte zu überprüfen, kontrolliert die Organisation die Arbeitsbedingungen vor Ort.

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G

Global Organic Textile Standard (GOTS)

Der GOTS ist ein international etablierter Standard. Er setzt weltweit einen Maßstab hinsichtlich Umwelt- und Sozialverträglichkeit in Sachen Textil. Die Ansprüche des GOTS entsprechen dem eingehaltenen Mindeststandard, den Produkte erfüllen sollten, um vom IVN als echte und konsequente Naturtextilien bewertet zu werden.

GOTS zertifizierte Produkte müssen zu mindestens 70 % aus Naturfasern aus kontrolliert biologischer Tierhaltung (kbT) oder kontrolliert biologischem Anbau (kbA) bestehen. Die restlichen 30 % dürfen aus synthetischen Fasern oder Viskose bestehen. Im Weiteren bietet der GOTS zwei Labelstufen an: Beim „GOTS organic“ müssen mindestens 95 % der verwendeten Naturfasern aus kbA oder kbT stammen. Beim „GOTS made with“ ist es ausreichend, wenn der Anteil an Bio-Naturfasern bei mindestens 70 % liegt.

Die bis zu 30 % erlaubten Restfasern, die aus nicht-ökologischer Erzeugung kommen dürfen, können konventionelle Naturfasern (ausgenommen sind Baumwolle und Angora), nachhaltige Regenartfasern (aus Rohstoffen aus nachhaltiger Forstwirtschaft bzw. Bio-Anbau oder Recycling-Abfallstoffen) oder recycelte synthetische Fasern aus Pre- und Post-Consumer Abfallstoffen sein. Andere Regenerat- oder Kunstfasern dürfen nur zu 10 % eingesetzt werden. Unter recycelte Fasern versteht man die Reste, die Beispielsweise beim Zuschnitt anfallen.

Neben Vorgaben zum Färben und der Ausrüstung von Artikeln, hat der GOTS auch Richtlinien für den sozialen Bereich, um auch hier Mindestanforderungen garantieren zu können. Hierzu gehören die Einhaltung von sicheren und hygienischen Arbeitsbedingungen, der Verzicht auf Kinderarbeit, die Bezahlung von existenzsichernden Löhnen sowie die Einhaltung der Regelung zu den Arbeitszeiten.

Die Ansprüche des GOTS sind etwas unterhalb des NATURTEXTIL IVN ZERTIFIZIERT BEST angesiedelt.

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Global Recycled Standard (GRS)

Hinter diesem Siegel steht die gemeinnützige Organisation Textile Exchange. Das Siegel Global Recycled Standard (GRS) bestätigt, dass das Produkt zu mindestens 20 Prozent aus recycelten Materialien besteht. Außerdem gibt es Anforderungen an die verwendeten Zusatzstoffe bei der Herstellung. Mit der Fokussierung auf die Herstellung der Fasern soll es die Rückverfolgbarkeit der Materialien und die umweltfreundliche Produktion sichern, um die Lieferkette nachhaltiger zu gestalten. Nicht beachtet werden von dem Siegel allerdings die Faktoren Umweltschutz oder die Verbesserung der Arbeitsbedingungen.

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I

IVN (Internationaler Verband der Naturtextilwirtschaft e. V.)

Gemeinsam für ökologische und sozialverantwortliche Wirtschaftsweisen eintreten, das ist das Ziel der über 100 Unternehmen aus allen Bereichen der Leder- und Textilwirtschaft, die sich bereits im IVN zusammengeschlossen haben. Der Branchenverband ist Sprachrohr und Förderer, der sich neben der Bereitstellung von qualifizierten Informationen zu relevanten Themen auch dafür einsetzt, Politik und Verbraucher zu sensibilisieren. Außerdem macht sich der IVN auch dafür stark, den Marktanteil nachhaltiger Produkte zu steigern.

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K

Kaschmirwolle / Cashmere / Kaschmir

Als Kaschmirwolle wird das von der Kaschmirziege gewonnene Unterhaar bezeichnet. Die Kaschmirziege ist ursprünglich in der gleichnamigen Provinz in Nordindien sowie in Tibet heimisch. Heute gibt es aber auch Zuchtfarmen in anderen Ländern. Pro Ziege werden im Jahr nur ungefähr 150 Gramm der sehr feinen Wolle gewonnen. Dafür wird in der Regel das Fell während des Fellwechsels nach dem Winter ausgekämmt. Teilweise werden die Ziegen auch maschinell geschoren. Kaschmirwolle ist sehr weich, leicht und wärmeisolierend aber nicht sehr strapazierfähig. Aufgrund seiner Feinfaserigkeit gehört Kaschmir zu den Edelhaaren und ist bekannt für seine sehr guten Wärmerückhaltungseigenschaften bei einem sehr geringen Eigengewicht.

Pflegehinweis Kaschmirwolle:
Textilien aus Kaschmirwolle sollten von Hand in lauwarmem Wasser gewaschen und nicht länger als nötig eingeweicht werden. Anschließend mit kaltem Wasser auswaschen, vorsichtig ausdrücken und in ein Handtuch einrollen. Die Textilien sollten liegend getrocknet werden.

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kontrolliert biologischer Anbau (kbA)

Der kontrolliert biologische Anbau erfolgt nach den Grundsätzen des ökologischen Landbaus. Das bedeutet, kbA-Materialien werden ohne die Verwendung von Chemiedüngern oder synthetischen Pestiziden angebaut. Die Düngung erfolgt mit natürlichen Mitteln, wie z. B. Mist und Mulch. Auch wird beim ökologischen Anbau in Mischkultur gepflanzt und die Fruchtfolge mit anderen Saaten eingehalten. Durch diese Maßnahmen werden die Böden nicht ausgelaugt und bleiben fruchtbar. Außerdem darf kein genmanipuliertes Saatgut verwendet werden. Für die Schädlingsbekämpfung werden beispielsweise Duftlockstoffe eingesetzt oder es werden entsprechende Nützlinge gezüchtet. Die Unkrautbekämpfung erfolgt mechanisch oder von Hand. Bei Baumwolle findet auch die Ernte von Hand statt ohne, dass chemische Entlaubungsmittel gespritzt werden dürfen. Die Einhaltung der geforderten Kriterien wird von unabhängigen Zertifizierungsstellen geprüft und kontrolliert.

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kontrolliert biologische Tierhaltung (kbT)

Tiere aus kontrolliert biologischer Tierhaltung (kbT) werden nach den Richtlinien des ökologischen Landbaus gehalten. Dies beinhaltet die artgerechte Tierhaltung im Einklang mit der Natur und dem ökologischen Gleichgewicht. Außerdem müssen die Tierarten an die Klima- und Lebensbedingungen der Region optimal angepasst sein. Es dürfen keine gentechnisch-veränderten Pflanzen verfüttert werden. Die Mast und ihre Hilfsmittel sind verboten. Zudem dürfen keine Insektizide und Pestizide oder Kunstdünger verwendet werden – dies gilt für die Tiere selbst und den Boden, auf dem die Tiere grasen. Die Fortpflanzung der Tiere muss auf natürliche Art erfolgen. Außerdem sind Eingriffe am Tier wie das Kupieren den Schwanzes oder Mulesing verboten. Die Zertifizierung der Betriebe erfolgt durch unabhängige Institute, um eine Einhaltung der Richtlinien zu gewährleisten.

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L

Lanolin

Als Lanolin oder Wollfett wird ein natürliches Sekret bezeichnet, das aus den Talgdrüsen der Schafe stammt. Gewonnen wird es beim Waschen der Schafwolle. Als Schutzfilm hält es die Wolle geschmeidig und hat wasserabweisende Eigenschaften. Da das Lanolin beim Waschen ins Waschwasser übergeht, sollte bei Bekleidung aus Wolle von Zeit zu Zeit wieder Lanolin mit einer Wollkur zugeführt werden, um die natürlichen Wolleigenschaften zu erhalten.

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M

Mulesing

Als Mulesing  bezeichnet man das Entfernen der Haut rund um den Schwanz bei Schafen. Dabei wird in der Regel ohne Schmerzmittel gearbeitet. Das Verfahren wird in Australien und Neuseeland angewandt, um den Befall durch die dort ansässigen Fliegenmaden (Myiasis) zu verhindern.

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P

Popeline / Popelin

Der Begriff Popeline bezieht sich auf die gewebte Struktur eines Stoffes. So bezeichnete Textilien können demnach aus unterschiedlichen Materialien bestehen. Popeline gewebter Stoff hat durch seine Leinwandbindung eine leichte und feine Rippenstruktur mit weichem Fall und ist äußerst strapazierfähig. Besonders gerne genutzt werden Popeline-Stoffe für Hemden und Blusen.

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R

Repreve® Polyester

Für Polyester-Fasern von Repreve® werden Plastikflaschen eingeschmolzen und zu Granulat verarbeitet. Aus diesem Granulat lassen sich Polyesterfasern herstellen, die mittlerweile von vielen namhaften Herstellern zu neuen Produkten verarbeitet werden.

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S

Schurwolle

Als Schurwolle darf nur die Wolle bezeichnet werden, die beim Scheren lebendiger Schafe gewonnen wird. Nur Wolle, die zum ersten Mal verarbeitet wird, darf die Bezeichnung „reine Schurwolle“ tragen.

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V

Virgin Wool

Der Begriff „Virgin Wool“ bezeichnet die gewonnene Schurwolle aus der ersten Schur der Lämmer. Diese Wolle ist besonders weich und fein.

Außerdem bedeutet der Begriff unbehandelte Schurwolle. Damit ist Schurwolle gemeint, die noch nie zuvor verarbeitet oder gesponnen wurde.

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Voile

Der Begriff Voile stammt aus dem französischen und bedeutet „Schleier“. Dieser Stoff zeichnet sich durch eine feinfädige, transparente Webart aus. Er ist sehr leicht und ermöglicht eine gute Luftzirkulation.

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W

Wolle

Im textilen Bereich wird als Wolle in erster Linie das Schafhaar bezeichnet. Wollhaare sind Eiweißfasern, die aus Keratin (Horn) bestehen und in ihrer Zusammensetzung der menschlichen Haut ähneln. Der Aufbau des Wollhaars besteht aus stufenartig übereinander liegenden Schuppen. Bei falscher Behandlung können sich die äußeren Schuppen so ineinander verhaken, dass sie fest verzahnt sind – die Wolle verfilzt.

Als Schurwolle darf nur die Wolle bezeichnet werden, die beim Scheren lebendiger Schafe gewonnen wird. Ausschließlich bei der Erstverarbeitung darf diese als „reine Schurwolle“ bezeichnet werden.

Wollfasern verfügen über eine große Elastizität. Wolle wirkt temperaturausgleichend und wärmeregulierend. Dadurch regelt sie die Hautatmung und den Sauerstoffaustausch. Als weitere positive Eigenschaft kann sie bis zu 35 % ihres Eigengewichtes an Feuchtigkeit aufnehmen ohne sich nass anzufühlen. Dank des natürlichen Lanolingehalts ist Wolle außerdem schmutz- und wasserabweisend. Dadurch ist häufiges Waschen überflüssig. Meistens ist es ausreichend Textilien aus Wolle einfach nur abzubürsten und an der frischen Luft auszulüften.

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Z

Zque / ZQ

Die New Zealand Merino Company hat das ZQ-Merino-Programm eingeführt, um ein Zeichen gegen die Anwendung des Mulesing zu setzen. Die darin zusammengeschlossenen Züchter erfüllen höchste Standards in den Bereichen Tierschutz, Umweltschutz, Nachhaltigkeit und sozialer Verantwortung. Dies beinhaltet auch den Verzicht auf Mulesing. Damit diese Standards auch eingehalten werden, wird die Akkreditierung fortlaufend überwacht. ZQ-Merinowolle kann von der fertigen Wolle bis zum Schafzuchtbetrieb in Neuseeland zurückverfolgt werden.

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